Monatsarchive: Oktober 2008

Trendige Grünpflanzen

Wieder in Mode gekommen ist der Retro-Look der 70er-Jahre, sowohl im Wohnstil als auch bei den Grünpflanzen. Bogenhanf, Geldbaum, Benjamin, Grünlilie, Asparagus oder Farne erleben einen neuen Aufschwung. Mit dekorativen Accessoires präsentiert, bringen die alten Bekannten frischen Schwung ins Interieur.

Bogenhanf (Sansevieria trifasciata ‘Hahnii’)

Foto BBH Bogenhanf

Die attraktive Topfpflanze mit ihren grün-weiß gefleckten, fleischigen und festen Blättern war schon zu Zeiten des Biedermeiers beliebt und schmückte Adels- und Bürgerhäuser gleichermaßen. Sie ist äußerst pflegeleicht und verträgt sogar trockene Heizungsluft. Neben den ca. 60 cm hohen Formen mit schwertförmigen Blättern ist heute besonders die niedrige ‘Hahnii’ mit rosettenartig angeordneten Blättern gefragt. Während des ganzen Jahres wenig gießen und unbedingt stauende Nässe vermeiden. Im Frühjahr alle 1-2 Jahre umtopfen, ganzjährig alle drei Wochen schwach mit Kakteendünger düngen.

Foto: BBH


Schwertfarn (Nephrolepis exaltata `Boston´)

Foto BBH Schwertfarn

Foto BBH Schwertfarn

Auch Zimmerfarne sind wieder in Mode. Die beliebte Grünpflanze hat schmale, dicht besetzte Wedel. Sie stehen anfangs halb aufrecht, im Alter können sie auch in eleganter Weise überhängen. Jüngere Pflanzen werden gerne als Beiwerk zu anderen tropischen Zimmerpflanzen in Schalen gepflanzt, ältere sind schöne Blickfänge für ganzjährig beheizte Wohnungen, Wintergärten, Geschäftsräume, Eingangsbereiche und Restaurants. Der Standort kann hell bis schattig sein. Wichtig ist eine ganzjährige Temperatur von 16-25 Grad C. Damit ihr Bedarf an hoher Luftfeuchte gedeckt wird, die Pflanzen täglich einmal sprühen. Auch in Hydrokultur gedeihen sie gut.

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Frostschutz für den Winter

Viele unserer Garten-Pflanzen vertragen zwar kalte Temperaturen und können den Winter in der Regel problemlos überdauern, etwas Winterschutz benötigen sie aber dennoch. Gefährlich sind dabei weniger die Minusgrade, sondern vielmehr Wind und Trockenheit. Wir sagen Ihnen, wie Sie ihre Pflanzen gut durch den Winter bringen können.

Rosenschnitt zum Winter

Winterschutz bei Stämmchenrosen

Schneiden oder nicht? Das ist die Frage. Da keiner weiß, wieviel Schaden der Frost anrichtet, schneidet man Rosen erst nach dem Winter, im Ende März-April. Was jetzt passieren soll, ist eigentlich Kosmetik. Beet- und Kleinstrauchrosen kürzt man kniehoch ein. Stämmchen- und Kaskadenrosen werden nur an den Triebspitzen “frisiert”, Strauchrosen und Wildrosen läßt man gänzlich unbehelligt. Auch Kletterrosen kürzt man nur etwas ein, um die Reste der Blüten zu entfernen. Wichtig ist dagegen das Anhäufeln (20 cm hoch) gegen Bodenfrost und das Herabbiegen der Kronen bei Stämmchen- und Kaskadenrosen. Mit einigen Schaufeln Erde beschwert und mit Laub geschützt, überstehen sie stärkste Fröste. Eine weitere Möglichkeit ist, die Kronen in Reisig einzubinden oder in schattierendes Vlies (nicht in dichte Folie) hüllen.

Frostschutz im Gewächshaus

Auch wer über ein Gewächshaus verfügt, ist vor bösen Überraschungen nicht sicher, denn die dünne Glashaut hält nicht viel ab, wenn es keine zusätzlichen Maßnahmen gibt. Sehr bewährt hat es sich, die gefährdeten Kulturen am Boden einfach mit Zeitungspapier abzudecken. Das

Gewächshaus

Gewächshaus

verhindert die Wärmeabstrahlung. Schwarze Beta-Solar Wärmeschläuche, die zwischen Salatköpfen gelegt werden, speichern tagsüber Energie und geben sie nachts an den Boden und die Luft ab. Sicherheit vor Schäden erlangt man damit noch nicht. Sofern elektrischer Strom greifbar ist, können Sie einen der üblichen Lufterhitzer mit Ventilator und Thermostat anschließen. Sinkt die Temperatur ab, schaltet sich das Gerät erneut ein. Bei leichteren Frösten kann man so ein kleineres Gewächshaus von 5-8 Quadratmetern über die Runden bringen. Die Lufterhitzer werden über einen “Frostwächter ” gesteuert, der sich mit Sicherheit bei + 3-4°C einschaltet und notfalls auf Dauerbetrieb geht. Derartige Geräte gibt es auch mit Petroleum als Energiequelle. Wenn Siezusätzlich die Pflanzen mit einem Vlies oder das ganze Gewächshaus mit einer wärmedämmenden Noppenfolie überziehen, können Sie Ihr Gewächshaus sogar den Winter über frostfrei halten.

Tipp: Schnitzkürbisse

Jetzt ist Kürbiszeit. Schnitzkürbisse haben im Oktober saftiges Fleisch und eine Schale, die eine gewisse Härte zeigt – ideal zum fantasievollen Basteln und Dekorieren. Sie passen hervorragend zu Halloween und zu stimmungsvollen Dekorationen im Herbst und Winter.

Schnitzkürbisse von Kiepenkerl

Großen Anklang finden deshalb Schnitzkürbisse wie die 3-4 Kilo schweren hochrunden Früchte der Sorte ‘Jack O’Lantern’, ‘Spirit’, ‘Sankt Martin’ oder Samen-Mischungen in unterschiedlichen Größen und Formen. Das Fleisch aller Schnitzkürbisse kann man auch für Suppen, Gemüsebeilagen oder Kürbiskuchen verwenden.

Und so entsteht der Halloweenkürbis: Deckel rundflächig abschneiden und das Fruchtfleisch großzügig herausschälen. Dann das Gesicht oder die Figur mit Filzstift auf die Schale vorzeichnen und mit einem scharfen Messer oder Schnitzbesteck ausschneiden. Wer möchte, kann für den richtigen Gruseleffekt eine Kerze hineinstellen.

Foto: Kiepenkerl

Bestform für Gehölze

Ob Sie ihre Hecke in strengen Formen gestalten wollen oder eher frei wachsen lassen – zur Pflege gehört immer der richtige Schnitt. Und für einen möglichst dichten Wuchs ist es notwendig, die Gehölze zweimal im Jahr zu schneiden.

Hecke mit Formschnitt

Hecke mit Formschnitt

Hecken dienen als Sicht- und Windschutz und sind Unterschlupf für viele Tiere. Man unterscheidet d

abei zwischen den Formhecken und Freiwachsenden. Steht Ihnen der Sinn eher nach einer mauerähnlichen Hecke, muss mindestens zweimal im Jahr geschnitten werden. Als bester Zeitpunkt für den Formschnitt eignen sich Ende Juli/Anfang August. In manchen Gemeinden gibt es zum Schutz der nistenden Vögel gesetzliche vorgeschriebene Zeiten, in denen Hecken nicht geschnitten werden dürfen. Erkundigen Sie sich deshalb vorher bei ihrem Grünflächenamt.

Schneiden Sie ihre Hecke möglichst so, dass alle Äste genug Licht bekommen, sonst verkahlen die Hecken von unten. Wir empfehlen deshalb eine Trapezform, die sich noch oben hin verjüngt. Streng kastenförmige Hecken lassen sich nur aus schattenverträglicheren Gehölzen gestalten. Wählen Sie dazu zum Beispiel Hainbuche (Carpinus betulus) oder Eibe (Taxus baccata).

Übrigens: Um möglichst gerade und gleich hohe Hecken zu erhalten, empfehlen unsere Gärtnermeister, eine lange Schnur entlang der Hecke zu spannen. Außerdem ist es wichtig, den Formschnitt regelmäßig durchzuführen. Sonst gerät die Hecke aus der Form und muss rigoros zurückgeschnitten werden. Das lässt sich jedoch nicht jede Gehölzart gefallen.

mit gutem Werkzeug schneiden

mit gutem Werkzeug schneiden

Damit der Heckenschnitt nicht an den Kräften zehrt, sollte nur sehr gutes Werkzeug zum Einsatz kommen. Eine hochwertige Heckenschere ist leicht, liegt gut in der Hand und schneidet jahrelang präzise. Vor dem Kauf sollten Sie sich von unserem fachkundigem Personal im Gartencenter beraten lassen. Der Heckenschnitt mit Motorkraft ist zwar eine Arbeitserleichterung, aber nicht für alle Hecken gut geeignet. Großblättrige, immergrüne Laubgehölze wie der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) werden unansehnlich, wenn man sie mit der Motorschere schneidet. Sägeblätter und Scherenklingen müssen scharf sein, um saubere, glatte Schnittflächen zu erzeugen. Schneiden Sie möglichst frühzeitig und regelmäßig, denn dann reicht meistens das Entfernen von Ästen mit geringem Durchmesser und die kleineren Wundflächen verheilen komplikationslos.

Farbige Herbstgehölze

ach sonnigen Tagen und kalten Nächten präsentieren sich im Herbst die Wälder, Wegränder und Gehölze im Garten mit ihren gelb, orange oder rot gefärbten Blättern von ihrer schönsten Seite. Sehen Sie sich in unseren Gartencentern um, dann können Sie künftig mehrere Höhepunkte im Garten genießen: Blütenpracht im Frühling, Schatten und Früchte im Sommer – dazu noch einen furiosen Abschluss mit leuchtenden Farben im Herbst.

Essigbaum mit Herbstfärbung

Flammendes Rot

Die Felsenbirne (Amelanchier lamarckii, syn. A. canadensis) ist sehr populär. Robust, im Frühjahr herrlich blühend, jeden Rückschnitt vertragend – so wünscht man sich ein Gehölz. Die herrlich orangerote Herbstfärbung und die essbaren Früchte sind eine willkommene Zugabe, die für die etwas kurze Blütezeit im April entschädigt.

Der Essigbaum oder Sumach (Rhus typhina) besitzt ähnliche Qualitäten. In Amerika färbt er ganze Landstriche herbstlich rot, und auch bei uns ist seine intensive Herbstfärbung Grund genug, ihn vermehrt zu pflanzen. Mit nur 3 Metern Höhe passt er gut in kleine Gärten, zum Beispiel vor den Hauseingang, zu Steinen, Kiefern und Gräsern.

Gelber Blätterzauber

Blätter der Zaubernuss `Westerstede´

Besonders schön sind Farb-Variationen in Gelb. Prächtig präsentieren sich einige Sorten der üblicherweise gelb abreifenden Zaubernuss (Hamamelis x intermedia): die Sorten ‘Westerstede’ und ‘Andre Bregon’ überraschen mit zusätzlichem Flammenband in leuchtendem Rot.

Ansprechend ist auch die Pfennigbuche (Nothofagus antarctica), die man durch Rückschnitt immer wieder an begrenzte Platzverhältnisse anpassen kann, ohne dass ihr gefälliges Erscheinungsbild darunter leidet.

Oft steigert sich der Farbeffekt noch durch attraktive Früchte. Robust und unkompliziert im Wachstum, mit schwarzen Früchten, aber schöner variierender Herbstfärbung ist die Hecken-Strauchmispel (Cotoneaster acutiformis). In Einzelstellung kann der robuste Strauch 3 Meter Höhe erreichen. In Hecken passt er sich gut ein und stellt keine Ansprüche.

Tipp: Pflanzen Sie keine Einzelsträucher, sondern mindestens Gruppen von 2-3 Stück. Die gegenseitige Bestäubung verbessert den Fruchtansatz. Pflanzzeit für alle genannten Sträucher ist bei frostfreiem Wetter von Oktober bis April.