Monatsarchive: September 2007

Leuchtende Enziane für den Herbst

Wenn sich die leuchtend himmelblauen Enzianblüten öffnen, schmilzt wohl jedes Gärtnerherz dahin. Dabei galten die kostbaren Edelsteine des Staudenreichs bislang als schwierig in der Kultur und als anspruchsvoll im Garten. Mit neuen Herbstenzianen ist das jetzt vorbei.

Herbstenzian Blue Magic

Die neuen prächtigen Züchtungen stammen aus Kreuzungen zwischen europäischen und chinesischen Gebirgsbewohnern. Sie sind vollkommen winterhart, robust und blühfreudig und gedeihen nicht nur im Moorbeet, sondern auch auf normalem, mäßig feuchtem Gartenboden, der humusreich und leicht sauer sein darf. An sonniger oder halbschattiger Stelle zieren die nur 15 cm hohen Pflanzen Steingärten, Vorgärten, jede Art von Gefäßen, Balkonkästen und Tröge, Teichränder und Beete. Sie passen zu Ziergräsern, kleineren Farnen und Steinen.

Herbstenzian Rose StarSehr attraktiv ist die Enzian-Neuheit ‘Blue Magic’ mit ihren großen, strahlend blauen Blüten, die sich aufrecht stehend dem Betrachter präsentieren. Ihr Wuchs ist gut verzweigt und breitet sich üppig rasenartig aus, wenn man die niedrigen Pflanzen mit 20 cm Abstand in Gruppen pflanzt. Die Blüte setzt früh ein und hält bis Oktober durch.

Die besonders großblütige ‘White Mountain’ hat kräftiges, dichtes Laub, blüht von September bis Ende Oktober und wartet mit einer im Enzian-Sortiment ungewöhnlichen weißen Farbe mit dunklen Flecken auf. Aufsehen erregt auch ‘Rose Star’ mit zierlichem, aber dichtem Wuchs und vielen kleineren, aber dafür umso zahlreicheren Blüten.

Fotos: Kiepenkerl

Herbstfärbende Gehölze

Ergänzend zur Blüte im Frühjahr bieten viele Gehölze mit dem herbstlichen Schauspiel der Natur einen wunderschönen zweiten Höhepunkt, der die Herzen der Menschen höher schlagen lässt. Je nach Art färben sich die Blätter in sonniges Gold, leuchtendes Orange oder flammendes Rot.

Acer saccharum

Die Zahl der Gehölze mit Herbstfärbung ist erstaunlich groß – meist sind es Arten aus Nordamerika oder Fernost. Mit ihnen können Sie mehrere Höhepunkte im Garten genießen: Blütenpracht im Frühling, Schatten und Früchte im Sommer – dazu noch einen furiosen Abschluss mit leuchtenden Farben im Herbst. Große Waldbäume wie der Zuckerahorn (Acer saccharum) mit lebhaftem Farbspiel von Goldgelb zu leuchtendem Rot, der Rotahorn (Acer rubrum) oder die Roteiche (Quercus rubra) fallen am meisten auf. Für solche Bäume reicht selten der Platz. Viel interessanter sind die folgenden Sträucher und kleinen Bäume, die man in der Vogelnährhecke, am Wassergarten, dicht am Haus oder im Vorgarten als Blickfänge geniessen kann.

Die Favoriten für kleinere Gärten

Korkflügelstrauch Burning BushDer “Burning Bush”, wie er in Amerika genannt wird, heisst bei uns Korkflügelstrauch (Euonymus alatus). Im Herbst sind seine im Sommer eher unscheinbaren Blätter leuchtend violett-rot. Der Kleinstrauch aus den japanischen Wäldern passt gut ans Wasser, zu Koniferen, ins Moorbeet und in Gefäße. Die Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) ist sehr populär. Robust, im Frühjahr herrlich blühend, jeden Rückschnitt vertragend – so wünscht man sich ein Gehölz. Die herrlich orangerote Herbstfärbung und die essbaren Früchte sind eine willkommene Zugabe.

Etwas Exklusives haben die japanischen Ahornarten an sich. Die meisten sind zierlich und stellen an den Boden hohe Ansprüche. Sandig und durchlässig soll der Untergrund sein. Vernässung, Kalk und Verdichtungen werden schlecht vertragen. Die zierliche Form der Blätter und der Bäumchen sowie die herrlichen Farben entschädigen für die nötige Aufmerksamkeit. Der Feuer-Ahorn (Acer ginnala) wächst als Großstrauch locker aufrecht und wird 4-5 Meter hoch. Besonders wenn er in der Sonne steht, färbt er sich im Herbst feurig rot. Diese Art ist verhältnismäßig robust und deshalb empfehlenswert. Sie eignet sich in der Jugend sogar zum Pflanzen in dekorative Kübel.Acer palmatum

Zierlich wächst der Japanische Feuer-Ahorn (Acer japonicum ‘Aconitifolium’) mit locker geschlitzten Blättern. Er prangt im Herbst mit leuchtenden Farben und ist ein Schmuckstück in Steingärten, Japangärten und Dachgärten. Der Fächer-Ahorn (Acer palmatum) verträgt keine direkte Sonne. Besonders seine geschlitzten Formen (Acer palmatum ‘Dissectum’) sind für Steingärten und Wassergärten elegante Erscheinungen und auch wegen des begrenzten Wuchses sehr beliebt. ‘Atropurpureum’ ist eine rotblättrige Sorte, ‘Viridis’ ist grün, ‘Nigrum’ schwarzrot.

Traumgarten in Weiß

Jetzt ist die richtige Zeit, für einen blütenreichen Frühling Blumenzwiebeln zu pflanzen. Tulpen, Hyazinthen, Narzissen und Krokusse sorgen dann im Frühjahr für ein wahres Blütenfeuerwerk in Ihrem Garten. Stark im Trend sind Blütenkombinationen Ton-in-Ton.

Tulipa Spring Green“Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß”: wer es nostalgisch liebt, kommt mit einer Kombination weißer Zwiebelblumen ganz sicher zu seinem Wunschgarten. Edles Weiß wirkt vornehm, kühl, zurückhaltend, festlich und sehr elegant. Besonders gut kommt die weiße Farbe der Blüten vor dunklem Grün und auf einem schattigen Grundstück zur Geltung. Foto: IZB

Wer sich selbst auf die Suche nach weißen Sorten von Blumenzwiebeln begibt, wird bald feststellen, dass dies ein mühsames und kostspieliges Unterfangen ist. Viele Spezialkenntnisse sind erforderlich, damit die Abstimmung von Farben, Höhen und Blütezeiten gelingt. Kenntnisse, die man mittlerweile in speziellen Themenpackungen bequem zusammengefasst findet.

Tulpen Weisser Garten“Weisser Garten” enthält zum Beispiel süß duftende Hyazinthen ‘White Pearl’ und weiße Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum), weiße Tulpen ‘Mount Tacoma’, weisse Krokusse und weisse Narzissen, alle nach bester Gärtnermanier ausgesucht und nach Blütezeiten so gestaffelt, dass sich eine lange anhaltende Blütezeit ergibt.

Neben Ton-in-Ton-Mischungen in Weiß gibt es auch ähnlich schöne Kombinationen für blaue, rosa und gelbe Gärten. Pflanzzeit für diese prächtigen Blumenzwiebeln ist von August bis November.

Foto: Kiepenkerl

Tipp: Winterharter Rosmarin

Rosmarin – wer kennt diese überaus würzige Staude aus dem Mittelmeerraum nicht, die so herrlich zu Lamm, Geflügel und Gegrilltem passt? Jetzt gibt es auch eine neue frostverträgliche Sorte, die rund um´s Jahr geerntet werden kann.

Auch wenn offenbar die Winter immer wärmer werden: der würzig duftende Rosmarin zählte bislang zu den vielen Kräutern, die unseren harten Wintern im Freien nicht gewachsen waren. Ein kräftiger Frost und schon war es vorbei. Nur in einem hellen Wintergarten oder am Zimmer­fenster konnte Rosmarin die kalten Monate ver­bringen.Winterharten Rosmarin Blue Winter

Mit der neuen Züchtung ‘Blue Winter’ ist dieses mühsame Verfahren vorbei, denn die Pflanzen mit den herrlich blaugrün gefärbten nadelartigen Blättern sind winterhart und können mit etwas Abdeckung durch Reisig oder Vlies unbeschadet im Freien bleiben. Besonders malerisch wirken die aufrecht wachsenden Triebe in bauchigen Amphoren, im Kräuter- oder Steingarten ausgepflanzt oder im Balkonkasten. Sobald der Frühling beginnt, schmücken sie sich mit vielen wunderschönen himmelblauen Blütchen, die genauso würzig duften wie die zahlreichen Blätter und Triebspitzen.

Rosmarinpflanzen wachsen an sonniger, warmer Stelle langsam, doch durch Rückschnitt und fleißiges Ernten der Triebspitzen ergibt sich bald ein verzweigter buschiger und niedriger Wuchs.

Dicke Zwiebeln blühen besser

Aufgrund ihrer Übergröße treiben diese Tulpenzwiebeln besonders üppig aus. Sie liefern teilweise mBlumenzwiebeln im XXL-Formatehrere Blüten und erfreuen zudem mit kräftigen Stängeln und besonders großen Einzelblüten. In leuchtendem Gelb, kräftigem Rot oder zartem Apricot-Ton geben sie im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse ein prachtvolles Blütenbild. Tulpen dieser Größe bieten auch eine gute Chance, dass sie im kommenden Jahr wieder üppig blühen.

Die Sorte `Yokohama´ besticht durch die klare, gelbe Farbe ihrer kelchförmigen Blüten. Ihre Schwestersorte `Deshima´ erscheint in kräftigem Rot. Klassisch schöne Blüten in zartem Apricot hat die Sorte `Van Eijk´. Einen schönen Farbenmix in Pastelltönen bietet dagegen die Mischung `Impression Mix´.

Wegen ihrer stabilen Stängel und großen Blüten eignen sich diese Tulpen hervorragend zum Schneiden herrlich bunter Frühlingssträuße zum Beispiel mit Narzissen, duftenden Hyazinthen, blühenden Zweigen oder elegantem Schnittgrün. Geben Sie einen Beutel mit Blumenfrischhaltemittel ins Wasser. Das sorgt für lange Haltbarkeit.

Pflanztipp: Pflanzen Sie die Zwiebeln tuffweise in Stauden- und Frühlings­blumenbeete. Das gibt bei der Blüte im Frühjahr einen besonders farben­frohen und prächtigen Blüheffekt. Bis zum Pflanztermin im September oder Oktober sollten die Zwiebeln trocken, kühl und luftig gelagert werden.

Herbstzauber

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